Portrait der Pferdemalerin Michaela Thronicke

Die Eindrücke und wegweisenden Leidenschaften, die unser Leben bestimmen und bleibenden Einfluss auf unseren Werdegang haben, werden bereits früh in der Jugend angelegt. Es sind oft nur kleine Ereignisse, die aber unsere Emotionen und unser Gefühlsleben mit all seinen Wünschen nachhaltig prägen.

 Michaela Thronicke stammt aus einer sehr facettenreichen tiroler Familie. Landwirtschaftlicher Hintergrund einerseits, die Philosophie und Sinn für Kunst und Kultur auf der anderen Seite. Mit beiden Elementen kam sie bereits als Kind früh in Berührung. Pferde und die Malerei wurden im Verlaufe ihres Lebens zu einer festen Größe. Die Pferde über die Begegnung auf dem Hof des Onkels, die Malerei über das erste bewusst wahrgenommene Gemälde: ein Druck von Franz Marc’s Roten Pferden.

Schon als junges Mädchen kam sie nach Hannover, wo sie aufwuchs und intensiv zu reiten begann. Das Pferd und der Reitsport wurden zu einem großen Teil ihres Lebens. Die Reiterferien verbrachte sie auf dem Brandinger Hof, Butzer Heyser, bekam Unterricht von Uwe Sauer, schaffte es bis zur M-Dressur. Inzwischen hatte sie längst begonnen, Pferde zu portraitieren. Damals noch großflächig auf Tapetenresten, aber man konnte bereits erkennen, hier wird eine große Liebe und Leidenschaft über das Auge durch die Hand auf die Leinwand transportiert.

So facettenreich wie Michaela Thronicke selbst, verlief auch ihr Lebensweg. Statt, wie von ihrem Kunstlehrer angeregt, Bildende Künste in Wien zu studieren, schlug sie zunächst die Hotellaufbnahn ein… aber das Leben führt uns immer an die Ursprünge zurück.

Die Pferde und die Kunst – oft als Widerspruch in sich selbst hingestellt – aber mit jahrhundertelanger Tradition, Michaela Thronicke lebt es heute.

Was sich zunächst auf die Darstellung des Pferdes in seiner naturalistischen Erscheinung beschränkte, Kopf und Ganzkörperportraits in Öl, immer mit dem Anspruch von Genauigkeit der Physiognomie unter Einbeziehung von Charakter und Pedigree, entwickelte sich immer mehr zur Gestaltung anspruchsvoller Gemälde, auch mit Abstraktion in Form- und Farbsprache. Viele Ausstellungen und Veröffentlichungen folgten, die Themen wurden immer anspruchsvoller.

Auf Einladung der Regierung von Dubai unter der Schirmherrschaft von Scheich Hamdan al Maktoum, stellte sie ihre Gemälde auf der Galopprennbahn in Frankfurt aus. Das war erstmalig nicht nur Malerei, sondern die Umsetzung einer arabischen Philosophie: „Als Gott das Pferd erschaffen wollte, sprach er zum Südwind: verdichte dich, ich will ein schönes Wesen aus dir machen“. Es entstanden Bilder, die mittlerweile einen unverwechselbaren Stil zeigten. Die „Pferdwerdung“ des Windes durch eine besondere Technik, die sich von der konkreten Form gelöst hat, aber unverkennbar ist, eindrucksvoll symbolisiert. Kräftig in der Farbe, beeindruckend in der Bewegung, das Hauptaugenmerk auf der Umsetzung eines Gedanken…

Höhepunkt war die Übergabe eines Ölportraits seines Araberhengstes Izentespeshal, bevorzugter Vererber von Scheich Hamdan al Maktoum.

Inzwischen ist die Künstlerin mit ihren Gemälden auf den maßgeblichen Pferdeveranstaltungen europaweit präsent. Vor allem ihr Zyklus zum Thema „Frauen und Pferde – erotische Leidenschaften“ mit dem Gemälde „Le Reve Provencal“, eine wunderschöne Frau in Begegnung mit dem Hengst, Symbol für Kraft und Leidenschaft, aber auch Symbol der Verbindung zwischen Frau und dem unbezähmbaren männlichen Element, findet großen Anklang bei Pferde- und Kunstfreunden.

Kunst und der dazugehörige Künstler sollten authentisch sein, findet sie. Gefühlvolle Bilder in Farbe verlangen nach gefühlvollen Bildern in der Sprache. Ihre leicht erotischen Geschichten die zu den Bildern entstehen, gehören dazu.

Auch großes handwerkliches Können benötigt es, wenn sie an ihren großen Gemälden im Reithallenformat arbeitet. Leinwände in 2 x 3 Meter Größe entstehen dann in ihrem Zuhause. Unkonventionell mit ebenso großformatigen Utensilien gearbeitet. Es sind Szenen aus dem Sport, Rennszenen aus der Welt des Turfs oder der Trabrennfahrer, wie kürzlich auf dem Traberderby in Berlin gezeigt, oder zum Frühjahrsmeeting in Baden Baden.

Auch hier wächst der Anspruch an sich selbst. Neu ein einzelnes Bild genügt der Künstlerin schon lange nicht mehr. Es entstehen immer mehr Ideen zur Konzeption und künstlerischen Durchgestaltung eines Reitbetriebes oder Gestütes. „Gestütsdesign“ nennt sie es. Hier geht es um die farbliche und künstlerische Gestaltung mit ausgefallenen Bildmotiven in individueller Darstellung.

Entwürfe für übergroße, mehrteilige Kunstwerke auf Holzuntergrund, nicht im üblichen rechteckigen Format, sondern in geschwungenen Formen, jedes Element vom Spengler eingerahmt. Bei Reithallenbesitzern oder Größen wie dem „Stanglwirt“ in Elmau oder die von der Künstlerin sehr geschätzte Dressurgröße Ann Kathrin Linsenhoff gleichermaßen beliebt. Eindrucksvoll präsentieren sich dann Künstlerin und Besitzer… beide zeigen damit ihre große Verehrung zum Partner Pferd…

Adresse der Künstlerin und Kontakt:

Michaela Thronicke
Rennbahnstraße 101
81829 München
Tel: 089/36 32 56
michaela@michaela-thronicke.de